Topologie

Was ist Topologie?

1. Topologie heißt die Lehre vom Feld bzw. Ort. Darunter verstehen wir auch alle räumlich gefüllten Begriffe wie Atmosphäre, Stimmung, Situation etc. Das topologische Verständnis geht über den relationalen Raum hinaus hin zu einem ganzheitlichen topischen Raumverständnis. Der Raum rückt damit als soziales Feld oder als gestimmte Atmosphäre in den Mittelpunkt, der uns als Menschen nicht nur verbindet sondern auch durchdringt.

2. Die Topologie kann als interdisziplinäre Feldtheorie den Dialog sowohl mit alten, vergessenen wie auch mit modernen Raum- und Feldtheorien in den Einzelwissenschaften schaffen. Darunter fallen z.B. die Lehre eines sozialen Feldes oder die Theorie morphischer Felder ebenso wie moderne Raumgestaltungstheorien oder die aktuelle Quantenfeldtheorie in der Physik.

3. Die Topologie kann auf eine reiche Geistesgeschichte zurückschauen, insbesondere in der japanischen Kultur, die sich als "topische" Kultur selbst beschreibt. Topologie erfordert also ein echtes interkulturelles Verstehen aus der Teilnehmer-Perspektive.

Was ist philosophische Topologie?

Als philosophische Disziplin versteht sich die Topologie als Theorie von Orten und Feldern. Je nach Ausprägung kann sie als Teilbereich der philosophischen Metaphysik und Phänomenologie angesehen werden. Besonders seit dem "spatial turn" in den Geisteswissenschaften zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat die Berücksichtigung von Ort-, Feld- und Raumkategorien in der Philosophie eine Renaissance erfahren. Diese Kategorien sind aus der physischen Welt und deren mathematischer Beschreibung abgeleitet. Damit wird zugleich der Anschluss an die japanische Philosophie geschaffen, in der mit Kitaro Nishida der Ort bzw. das Feld (basho/ ba) seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine zentrale Rolle spielt. Der dort verwendete Begriff "bashoron" (Lehre vom Ort) bezeichnet diese Art der philosophischen Topologie.

Der Beitrag des japanischen Philosophen Nishida

Nishida Kitarō (jap. 西田 幾多郎; * 19. Mai 1870 in Mori; † 7. Juni 1945 in Unoke, Japan) war ein japanischer Philosoph. Er gilt als geistiger Vater der Kyōto-Schule und markiert den Beginn der modernen japanische Philosophie. In seiner Spätphilosophie entwickelte er eine Theorie des Ortes, bzw. Ortlogik (basho no riron, basho no ronri). Nishida stellt sich die Frage, wie sich unabhängige Einzelne vermitteln können. Er stellt verschiedenen Vermittlungsarten vor, favorisiert jedoch ganz klar die orthafte Vermittlung.