Ideen zu einer Philosophie der Substanz

Trappe, Tobias (2004): Ideen zu einer Philosophie der Substanz. In: Allgemeine Zeitschrift für Philosophie 2004, Jahrgang 29, Heft 2, S. 93-115.

Es war Ernst Cassirer, dem die Philosophie bis heute das Schlagwort für ihre fast duchgängige Absage an einer (darum auch zumeist pejorativ zu verstehende) "Substanzmetaphysik" verdankt: Der Titel "Substanzbegriff und Funktionsbegriff" soll anzeigen, dass die allgemeine Tendenz der Wissenschaften seit Galilei darauf abziehlt, die Natur in ein dynamisches Gefüge von Beziehungen, von Gesetzen und nur begrifflich darstellbaren funktionalen Abhängigkeiten aufzulösen.[7] Sein konsequentes Ende findet dieser Prozess in der Entstehung einer reinen "Feldmetaphysik" - darauf hat Cassirer selbst hingewiesen.[8] Aber erst in den letzten Jahren hat diese Entwicklung auch zum Entwurf eigenständiger "Feldontologien"[9] geführt, für welche die (materielle) Welt aus grenzenlosen, beliebig einteibaren Entitäten, eben: Feldern, (weniger: "be-steht" als vielmehr:) "geschieht": "Die Auffassung, dass die Welt eine Ansammlung getrennt von einander existierender, in der Zeit verharrender Teilchen oder Dinge mit eineutigen Identitätsbedingungen ist, scheint ihre besten Zeiten hinter sich zu haben. Es spricht einiges dafür, dass Felder in der Ontologie Zukunft haben."[10]
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