Ihr Einfluss aufs Stimmungsbarometer

Schöll, Raimund (2009): Atmosphärische Intelligenz - Ihr Einfluss aufs Stimmungsbarometer.

Dicke Luft, tolles Klima, Eiseskälte: Das Miteinander in Unternehmen ist von Atmosphären geprägt – und die haben`s in sich: Die Schwingungen und Stimmungen entscheiden über Produktivität, Kundenzufriedenheit, Arbeitsmotivation. Die Fähigkeit, atmosphärische Schwingungen auszuloten, nennt Raimund Schöll atmosphärische Intelligenz. In managerSeminare erklärt der Berater, wie Atmosphären entstehen und wie man sie beeinflussen kann.

- Von Motivation bis Mobbing: Warum Atmosphären die heimliche Stellgröße in Unternehmen sind
- Ausgesetzt wie dem Wetter? Weshalb wir so wenig gegen schlechte Atmosphären unternehmen
- Betrieb, Ort, Raum, Situation: Wo sich Atmosphären zeigen und überlagern
- Atmosphärische Intelligenz versus emotionale Intelligenz: Worin liegt der Unterschied?
- Drei Fokusse und eine Metapher: Wie sich Atmosphären ausloten und beschreiben lassen
- Von aufgekratzt-hektisch bis abwertend-dämonisierend: Die meistverbreiteten Atmosphären in Unternehmen
- Meeting im Whirlpool: Welche Elemente ein gutes Klima erzeugen
- Atmosphärische Organisationsentwicklung: Wie Teams zum atmosphärischen Masterplan geführt werden können

„Im Team ist die Stimmung gerade mies“, „Die Atmosphäre der Besprechung war heute wieder angespannt“, „Hoffentlich ist die Atmosphäre beim Kunden nicht so geladen wie voriges Mal“ … – ob Kleinunternehmen oder Großkonzern: Solche Aussprüche sind gang und gäbe. Die meisten Menschen wissen intuitiv sofort, wovon die Rede ist, wenn Atmosphären angesprochen werden. Atmosphären sind überall, jeder bemerkt sie, jeder wird von ihnen erfasst und thematisiert sie – auch in Unternehmen. Beim Automobilhersteller Honda gibt es sogar einen atmosphärischen Unternehmensgrundsatz, der da lautet: „Enjoy your work, and always brighten your working atmosphere“ (übers. etwa: Genieße deine Arbeit und sorge immer für eine noch bessere Arbeitsatmosphäre).
Ein solcher Unternehmensgrundsatz kommt nicht von ungefähr. Denn die Erfahrungen zeigen: Leistungsbereitschaft, Motivation und Arbeitszufriedenheit hängen von örtlichen Atmosphären ab. Ebenso basieren die viel gerühmte Work-Life-Balance, der Stolz auf die eigene Arbeit, die Leidenschaft für das Produkt der Firma oder die Identifikation mit dem Team und dem Unternehmen nicht selten auf guten und stabilen Arbeitsatmosphären. Ein gutes Klima entzieht auch Mobbing und unnötigen Kon-flikten den Nährboden. Umgekehrt erzeugen schlechte Atmosphären langfristig Leistungsverweigerung, Demotivation, Angst, innere Kündigung, manchmal sogar Hass gegen das eigene Unternehmen.

Grund für Passivität: Wir fühlen uns Atmosphären ausgeliefert
Doch obwohl Atmosphären eine entscheidende Stellgröße für den Unternehmenserfolg sind: Nur wenige Führungskräfte beherzigen, was Honda in seinen Leitsatz geschrieben hat, und nehmen in ihren jeweiligen Unternehmen Einfluss auf bestehende Atmosphären. Die lähmende Stimmung im Team, unangenehme Schwingungen im Arbeitszimmer, ein insgesamt unförderliches Betriebsklima – gegen all das wird bislang kaum etwas unternommen.
Und das hat einen einfachen Grund: Wir fühlen uns Atmosphären ausgesetzt wie dem Wetter. Wir erfahren sie als von außen gegeben, als übergestülpt und glauben daher, sie hinnehmen zu müssen und nicht beeinflussen zu können. Zudem sind Atmosphären schwer greifbar, was sich schon darin bemerkbar macht, dass wir frei sind, etwas als Atmosphäre zu identifizieren oder nicht. Konzentriert man sich bei der Arbeit etwa auf die Atmosphäre im Team? Oder fasziniert einen gerade die Ausstrahlung eines Bildes an der Wand? Was wir jeweils als Atmosphäre sehen und gewichten, hängt von unserem Aufmerksamkeitsfokus und unseren Bedürfnissen ab.

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