Ereignisphilosophie

Der ereignisphilosophische Ansatz betont die Vorrangstellung von kurzzeitigen Ereignissen gegenüber den beständigen und schwerfälligen Substanzen. Ereignisphilosophie ist daher häufig auch als temporalisierende Substanz- und Objektkritik aufgetreten. In dem vorgeschlagenen philosophischen Koordinatensystem ist dieser Ansatz ganz rechts oben zu lokalisieren. Im Westen wird die Ereignisphilosophie beispielsweise in der Prozessmetaphysik Whiteheads vertreten, oder auch in operativen Systemtheorien wie z.B. von Niklas Luhmann. Im Buddhismus vertritt insbesondere Nâgârjuna einen ereignisphilosopischen Ansatz, in dem er die Substanzlosigkeit der Zeit hervorhebt. Desweiteren betont Seng Zhao die immerwährende Gegenwart, und Dôgen schließlich sieht die Welt als ereignishaftes Verlaufen.